Traditionell rustikal: Der Bratapfel

Verführerisch duftend, versüßt uns der Bratapfel als Alternative zu Weihnachtsplätzen, Lebkuchen und Stollen, gar manchen winterlich kalten Abend. Traditionell wurde der Bratapfel am Nikolaustag an arme Menschen verteilt. Mit seiner goldbraunen Farbe soll er an  Goldklumpen erinnern, die der Heilige Nikolaus – Bischoff von Myra – im 4. Jahrhundert an arme Leute verteilt haben soll.

Zugegeben, auch wenn der fertig gebackene Bratapfel nur noch sehr schwer eine Assoziation mit Gold zuläßt, ist eines aber absolut sicher – die Kombination aus Apfelaroma und Lebkuchengewürz lassen auf jeden Fall weihnachtliche Gefühle aufkommen.

Zur Winterzeit überzeugt der Bratapfel nicht nur als Solist –  süß oder aber auch mal deftig gefüllt – sondern macht auch im Zusammenspiel mit Gans und Rotkohl am Weihnachtsabend einen wohlschmeckend aromatischen Eindruck. Zudem ist er äußerst einfach zuzubereiten und läßt sich nach Belieben und Geschmack variieren.

Welche Sorten eignen sich?

Man sollte darauf achten, dass die Äpfel fest sind und von säuerlichem Geschmack. Ich verwende gerne „Berlepsch“, da er über ein festes, aromatisches Fruchtfleisch verfügt und sehr lange haltbar ist. Weitere Apfelsorten: Boskoop, Elstar, Gloster und Braeburn.

Beschwipster Bratapfel

Bild@wortraum-Verlag

Zutaten für zwei Portionen
3 mittelgroße Äpfel
90 g (getrocknete) Cranberries
Zitronensaft
1 EL zerlassene Butter
3 EL brauner Zucker
Calvados
1 EL Schmand
20 g weiche Butter
50 ml naturtrüber Afpelsaft
2 EL Honig
1 Messerspitze Zimt
3 Nelken
2 Rosmarinzweige

Zubereitung
Zuerst den Backofen auf 220 Grad vorheizen. Dann Äpfel waschen und mit Küchenpapier trocknen. Cranberries in einer Schale mit Calvados bedecken und ca. 15 Minuten einweichen. 1 Apfel beiseite legen, bei den anderen beiden einen „Deckel“ abschneiden und das Kerngehäuse ausstechen. Die beiden Äpfel im Inneren mit Zitronensaft beträufeln, damit sie keine braune Stellen bekommen. Jetzt den zurück gelegten Apfel in kleine Würfel schneiden und ebenfalls mit Zitronensaft bespritzen – hier vorher ebenfalls das Kerngehäuse entfernen.

Die mittlerweile eingeweichten Cranberries mit dem Zauberstab pürieren, den Schmand während des Pürierens unterheben und je nach Geschmack mit Zucker versüßen. Die Masse in die Äpfel füllen, mit der zerlassenen Butter die Äpfel Außen einstreichen und den Deckel drauf setzen. Die gefüllten Äpfel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech stellen oder in eine gebutterte Auflaufform aufrecht setzen. Im vorgeheizten Ofen bei 220 Grad ca. 20 – 25 Minuten braten.

Während die Äpfel im Backofen vor sich hin backen, die Apfelwürfel zusammen mit der Butter rundum anbraten. Den restlichen Zucker, Zimt und etwas Zitronensaft dazu fügen. Die Apfelwürfel aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen. In die gleiche Pfanne Apfelsaft und Calvados füllen. Die Nelken und den Rosmarinzweig hinzufügen.  Das Ganze eindicken. Zum Ende hin, Nelken wie auch  Rosmarinzweig entfernen und den Honig beimischen. Die Apfelwürfel in der fertigen Soße vor dem Servieren nochmals wenden. Die  Apfelwürfeln zusammen mit dem Bratapfel auf einem Dessertteller dekorativ anrichten. Sehr gut paßt dazu eine kleine Portion Vanilleeis.

Passend zu dem Thema habe ich auch folgendes gefunden:
Ein kleines bayerisches Volksgedicht

Der Bratapfel
Kinder,  kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört,  wie’s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel!

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.

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